Unsere Gemeinde stellt sich vor

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Monatsvers Dezember:

Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott. (Jesaja 50,10)

Vor einigen Jahren ist mein Zahnarzt nach Norwegen ausgewandert. Ich war eine seiner letzten Patientinnen und wir kamen ins Plaudern. Wie sehr er sich freue auf das neue Arbeitsfeld und die besseren Arbeitsbedingungen. Wie gut er schon Norwegisch könne. Nur dem dunklen Winter sehe er mit gemischten Gefühlen entgegen. Ob er sich daran gewöhnen würde? Für mich wäre das gar nichts. Ein halbes Jahr im Dunkeln sitzen? Das geht auf´s Gemüt. Schon jetzt heißt meine Parole „Durchhalten“, seit die Tage kürzer und die Nächte hier länger werden. Die Skandinavier behelfen sich mit Lichttherapien, um die äußere Dunkelheit erträglicher zu machen. Bei uns haben Solarien im Winter Hochkonjunktur – dem grauen Nass für ein paar Minuten entfliehen, sich rundum durchwärmen und von der künstlichen Sonne in gut dosierten und gesundheitlich verträglichen Einheiten bescheinen lassen, das macht den Winter erträglicher.

Durchhalten müssen wir nicht nur, wenn es äußerlich dunkel wird und wir die Hand nicht mehr vor Augen sehen. Durchhalten ist auch dann angesagt, wenn es in uns finster ist und das Leben sich anfühlt wie ein Herumstochern im Nebel. Wenn wir den nächsten Schritt nicht sehen und uns vom Leben überfordert fühlen. Nicht nur für die äußere Dunkelheit brauchen wir manchmal eine Extraportion Energie. Auch für dunkle Zeiten in uns, die sich manchmal wie ein Schleier auf unser Gemüt legen.

Gegen das fehlende äußere Licht kann man etwas tun. Aber was machen wir, wenn es um unsere Seele finster wird, wir nur noch schwarzsehen für uns und unsere Welt?

Der Prophet Jesaja rät, auf den Namen des Herrn zu vertrauen und sich auf Gott zu verlassen. Das sagt er zu seinen Landsleuten, die nicht weiter wissen. Ihr Dasein im Exil in Babylon macht sie frustriert und verzweifelt. Sie haben wenig Perspektive auf ein gutes Leben in der Fremde und viel Heimweh nach Jerusalem. Das sagt Jesaja auch sich selbst als einem, der nicht ernst genommen wird. Weil er entgegen dem äußeren Anschein daran festhält, dass Gott sein Volk nicht vergisst und eine Rückkehr in die Heimat möglich macht. Wie dem Volk damals tritt der Prophet Jesaja heute durch sein Wort auch an unsere Seite und erinnert: „Du bist nicht allein. Gott ist dir nah. Er gibt dich nicht der Dunkelheit preis.“ Der „Immanuel“, der „Gott mit uns“, kommt mit seinem Licht in unser Leben. Das ist besser als jede Lichttherapie. Das ist Weihnachten.

Elisabeth Seydlitz

 

 

 


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