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Monatsspruch Oktober:

Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend - gib davon Almosen! Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben!
(Tobit 4,8)

Erstens: Tobit ist ein frommer Mensch. Mit leidenschaftlicher Solidarität sorgt er für Menschen. Zweitens: Das Leben spielt ihm einen Streich. Für seine aufopferungsvolle Barmherzigkeit wird er auch noch bestraft. Drittens: Das Leben spielt dem frommen Tobit übel mit. Trotzdem gibt er seinem Sohn Tobias den Rat: Mach alles genau so, wie ich.

Die Geschichte von Tobit kann ich nur mit einem Augenzwinkern erzählen. Sie ist gespickt mit bissiger Ironie und sie trieft vor Kitsch. Eine interessante Mischung.

Tobit beerdigt Menschen, deren Leichname offen auf der Straße verwesen. Aber er muss sein gutes Werk nachts tun. Der König mag das nicht. Einmal lässt er Tobit dafür sogar verhaften. Als Tobit eines Nachts im Hof schläft, lässt ein Spatz seine säuerliche Hinterlassenschaft genau in die beiden Augen Tobits tropfen. Tobit erblindet. Sagt man nicht „Den seinen gibt’s der Herr im Schlaf“? Welch' bissige Ironie!

Dann nimmt die Erzählung eine abrupte Wende und sie trieft vor Kitsch. Auf einmal läuft alles glatt. Der Engel Rafael selbst nimmt sich der Angelegenheit an. Er geht mit Tobits Sohn Tobias auf eine weite Reise. Inkognito. Unter falschem Namen. Er organisiert Tobias eine wundervolle Frau. Nebenbei befreit er die Braut noch von einem bösen Geist. Nach einem ausgelassenen Hochzeitsfest, kehrt das junge Paar reich gesegnet zu den Eltern zurück. Bevor der Engel sich zu erkennen gibt und die Familie verlässt, befreit er Tobit noch von seiner Blindheit. Ich weiß nicht: Soll ich staunen, seufzen oder lachen?

Ich kann die Geschichte nur mit einem Augenzwinkern erzählen. Die erste Hälfte der Erzählung ist voll bissiger Ironie und die zweite trieft vor Kitsch. Alles andere als kitschig ist aber der Moment, in dem sich Tobit an seinen Sohn wendet. Ganz in der Mitte der Erzählung, wo Ironie und Kitsch eigentlich unvermittelt aufeinander treffen.

Da wendet sich Tobit – vom Leben gezeichnet – an seinen Sohn. So übel ihm das Leben auch mitgespielt hat, gibt er ihm auf den Weg: „Mach alles genau wie ich. Sei barmherzig, treu und gerecht. Wem es möglich ist, der soll aus dem Vollen schöpfend Armen etwas abgeben. Und wem nur wenig möglich ist, der braucht sich auch keine Sorgen zu machen, wenn er teilt. Gott freut sich doch darüber. Er wird es segnen.“

Darin finde ich keinen Kitsch. Denn ich erinnere mich an Menschen, die mir – vom Leben gezeichnet – genau das raten: „Halte dich an Gott und begegne Menschen großzügig und mit Barmherzigkeit.“ Sie haben schon vieles erlebt und nicht alles war gut. Aber ihr Gottvertrauen hat ihnen Halt gegeben. Und sie haben sich ihre Freude an der Barmherzigkeit nicht verderben lassen.

Ich mag die Erzählung von Tobit. Die Ironie. Den Kitsch. Der Humor, den der Erzähler beweist. Und ich bewundere diese Haltung. Das ist nicht kitschig oder naiv. Das finde ich weise.

 

Sören Brünninghaus

 

 


Bild: Jozef Polc/ 123RF

 

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20
Okt
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Gottesdienst
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27
Okt
Gottesdienst 12Punkt1
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