Unsere Gemeinde stellt sich vor

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Monatsvers Juli:

Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. (Jakobus 1,19)

„Na, du alte Spinne?“ Der dreijährige Sproß meiner Freundin rennt auf mich zu und fällt mir um den Hals. Er strahlt mich mit seinen dunklen Knopfaugen an und drückt mich ganz fest. Etwas irritiert erwidere ich seine Umarmung. Es ist ja schön, dass er sich so freut. Aber ... „alte Spinne“? In meinen Augen sind Spinnen eklig und unberechenbar. Andererseits – wenn er mich eklig finden würde, würde er mich nicht so herzen. „Spinnen sind neuerdings Nils´ absolute Lieblingstiere“, erklärt mir meine Freundin. „Es ist also ein großes Kompliment, wenn er dich so nennt!“ Aha. Auch wenn wir uns in der Wahl unserer Lieblingstiere geringfügig unterscheiden, höre ich die Begrüßung meines kleinen Freundes jetzt auf einem ganz anderen Ohr. Wie gut, dass ich nicht beleidigt oder pampig zu ihm war. Das hätte diese fröhliche Begrüßungsszene kaputt gemacht und unsere Beziehung gestört.

Manchmal ist Kommunikation ganz schön schwierig. Ein Wunder, dass sie überhaupt gelingt, denn es gibt so viele Klippen und Stolperfallen, die Missverständnissen Tür und Tor öffnen. Das, was ich sage und meine, kann beim andern ganz anders ankommen. Das bekannte Vier-Ohren-Modell von Friedemann Schulz von Thun zeigt das sehr gut auf. Eine Nachricht kann auf der Sach- oder der Beziehungsebene, der Ebene der Selbstoffenbarung oder des Appells gesendet und gehört werden. „In der zwischenmenschlichen Kommunikation gibt es nicht nur denjenigen, der sich äußert – den Sender –, sondern auch einen, der zuhört – den Empfänger. Während der Sender mit „vier Schnäbeln“ spricht, hört der Empfänger mit „vier Ohren“. Die vier Seiten der gesendeten Nachricht, also das, was der Sender mit einer Äußerung ausdrücken und/ oder bewirken will, entsprechen oftmals nicht den vier Seiten, wie sie vom Empfänger interpretiert werden. Deshalb machen die vier Seiten einer Nachricht zwischenmenschliche Kontakte spannend, aber auch spannungsreich und anfällig für Störungen.“ (Schulz von Thun, Miteinander reden 1, Reinbek 1992). Sogenannte „Störungen“ kennen wir sicher nur zu gut. Wir fühlen uns missverstanden. Wir ziehen uns zurück. Sind aufeinander ärgerlich. Wir reden ungut mit- oder übereinander.

Einen Schlüssel für immer gelingende Kommunikation gibt es leider nicht. Aber Hilfen, gegenseitiges Verstehen einzuüben. Jakobus rät: seid schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. Im Zorn tut niemand, was Gott recht ist.

Hinhören beugt Missverständnissen, Ärger und Zorn vor. Dem anderen Raum geben. Ihn ausreden lassen. Auf ihn eingehen. Nachfragen, wenn mir etwas unklar ist. Das braucht Zeit. Und Geduld. Selber reden ist einfacher. Dabei ist das Hören eine tragfähige Basis für ein verständnisvolleres Miteinander. Ein „Habe ich Dich richtig verstanden?“ oder „Wie hast du das gemeint?“ anstatt meine eigene Deutung vorschnell absolut zu setzen, baut Vorurteile ab und Brücken zum anderen auf. Wenn ich die Worte des anderen nicht nur als Sprungbrett nutze für meine eigenen Erfahrungen oder schnellen Ratschläge, kann Vertrauen wachsen und wirkliche Begegnung möglich werden. „Seid schnell zum Hören.“ Jakobus weiß um die Chance, die im Hinhören steckt. Es hilft uns, so zu leben, wie Gott es sich für uns wünscht.

Spinnen mag ich übrigens immer noch nicht. Aber ich gewöhne mich daran, dass es ein Liebesbeweis sein kann, wenn mich jemand so nennt.

Elisabeth Seydlitz

 


Bild: Werner/ pixelio.de

 

Termine

21
Jul
Gottesdienst
10:00 Uhr
28
Jul
Gottesdienst
10:00 Uhr
28
Jul
Gottesdienst 12Punkt1
12:01 Uhr
04
Aug
Gottesdienst mit Abendmahl
10:00 Uhr
11
Aug
Gottesdienst
10:00 Uhr
11
Aug
Gottesdienst 12Punkt1
12:01 Uhr