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Monatsvers Februar:

Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der
Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. (Römer 8,18)

Wie gut, dass es die Waage gibt. Wenn ich koche, käme ich ohne sie nicht aus; denn Mengen und Gewichte kann ich nicht gut schätzen. Und ich bin schon dankbar, dass ich sicher sein kann: Im Spaghetti-Paket sind wirklich 500g drin. Und nicht nur 476g, weil der Produzent gerade gerne etwas sparen wollte. Früher, im Mittelalter – da wurde auch mal mit gefälschten Gewichten gemessen. Nur wenige Gramm Abweichung waren ein schweres Verbrechen. Das wurde streng geahndet.

Hoffentlich war die Waage geeicht, mit der Paulus gewogen hat. Es geht ja nicht nur um ein paar Gramm Nudeln… Er wiegt das Leid. Was fällt ins Gewicht und was nicht? Die schwere Krankheit des Menschen fällt nicht ins Gewicht? Langjährige Arbeitslosigkeit fällt nicht ins Gewicht? Dass Kinder in Westafrika entführt werden, um Kakao zu pflücken, fällt nicht ins Gewicht? Der Hungertod von Menschen im jemenitischen Kriegsgebiet fällt nicht ins Gewicht?

Paulus weiß, wovon er schreibt. Er hat für seinen Glauben Gefangenschaft, Folter und Steinigung erleiden müssen. Er weiß, welches Gewicht das hat. Trotzdem muss ich meinen Zweifel äußern: Wie kann Paulus behaupten, dass das alles nicht ins Gewicht fällt? Wie genau war seine Waage eigentlich, mit der er gemessen hat?

Ist das nicht ein billiger Trost? Paulus wiegt das Gewicht des Leides mit der zukünftigen Herrlichkeit auf und behauptet, dass das Leid dieser Zeit nicht ins Gewicht fällt. Wie fern und ungewiss ist das, was irgendwann mal kommt oder auch nicht kommt? Müssten wir nicht lieber jetzt und hier alles, was in unserer Macht steht, tun, um das Leid von Menschen zu beseitigen, statt Menschen auf die Zukunft zu vertrösten?

Paulus schreibt von Jesus Christus. Durch Christus hat Gott diese ganze wundervolle Welt überhaupt erst ins Leben gerufen. Christus wusste sehr genau, welches Gewicht Leid hat. Die liebevolle Kreativität, die urgewaltige Schöpfermacht und die leidenschaftliche Hingabe Gottes wurden Mensch, um uns aus den Verstrickungen von Sünde, Leid und Tod zu befreien. Christus wird Gottes neue Welt herbeiführen. Das hat natürlich Gewicht.

Alle kreative Schönheit der Erde wird in der neuen Welt enthalten sein. Aber die neue Welt wird viel mehr sein als das: Dann wird kein Leid und keine Traurigkeit mehr sein, keine Krankheit und keine Alterung, keine Boshaftigkeit und kein Misstrauen. Von dem Propheten Jesaja leihe ich mir gerne die Hoffnung: Dann werden Menschen an einer langen Tafel miteinander speisen und feiern. Dann werden Kinder fröhlich mit wilden Tieren spielen und rumtollen. Dann wird alles Friede sein. Das hat Gewicht.

Mir fällt es trotzdem schwer zu behaupten, dass das Leid unserer Zeit kein Gewicht hätte. Ich hätte den Eindruck, dass ich leidende Menschen nicht ernst nehmen würde, würde ich das behaupten. Vielleicht darf das nur jemand sagen, der wie Paulus schon schweres Leid erfahren hat? Aber er darf es umso mehr.

Sören Brünninghaus

 


Bild: Werner/ pixelio.de

Termine

24
Feb
Gottesdienst
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24
Feb
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03
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10
Mär
Gottesdienst
10:00 Uhr
10
Mär
Gottesdienst 12Punkt1
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17
Mär
Gottesdienst
10:00 Uhr